50 Jahre
Harburger Wandersegler von 1958 e.V.

Auch Hamburg schwamm 1958, dem Gründungsjahr der Harburger Wandersegler, auf der Wirtschaftswunderwelle der Nachkriegsjahre. Der große Aufbruch in eine neue Zeit hatte nach dem unendlichen Leid der Kriegsjahre im ganzen Land vieles erfolgreich verändert.
Nur die segelei hinkte hinterher. Derzeit war es zumeist unmöglich, an ein eigenes Boot zu denken um wieder auf der Elbe segeln zu können. Große Fahrtenyachten blieben lange Zeit ein unerfüllbarer Traum.
Das war die Blütezeit der Jollen und Jollenkreuzer, in der Regel ohne Motor. So war es am Sommerwochenende ein Abenteuer, aus dem Harburger Raum durch den dichten Hafenverkehr zur Unterelbe und wieder zurück zu kommen. Borstel, Neuenschleuse und Sandhörn waren der Treffpunkt der Segler. Nach Stade oder gar Glückstadt war über die normal erreichbare ‚Grenze’ hinaus etwas besonderes. Andere Yachthäfen gab es im erreichbaren Unterelberaum nicht. Die Ostsee lag in weiter Ferne.
Seit dieser Zeit hat sich neben der Elbe auch das Segeln selbst grundlegend verändert. Idealismus ist nur noch schwach vertreten, Jollen und Jollenkreuzer sind eine Rarität geworden. Heute fährt man ein ‚Dickschiff’ mit nautischen Geräten und Ausrüstungen an Bord, von denen in den 50ziger und 60ziger Jahren noch nicht einmal geträumt werden konnte. Wie auch!
Mit der Veränderung der Mentalität in der Gesellschaft und im segeln sind aber auch die Ansprüche an die Vereine ständig gestiegen. Diesen Anforderungen waren die Harburger Wandersegler bis in die Gegenwart stets gewachsen. Dabei wurde es nicht zum Ziel, großen Regattaerfolgen nachzujagen, sondern traditionell das Wander- bzw. Fahrtensegeln engagiert weiter zu betreiben. Mit Erfolg!
Die Harburger Wandersegler können mit Stolz auf die vergangenen 50 Jahre zurückblicken, das Jubiläum, zu dem der Hamburger-Seglerverband gratuliert, feierlich begehen und auf einem soliden Fundament in die Zukunft sehen.
Hierbei wünsche ich dem Verein stets engagierte Mitglieder die bereit sind, dem Verein auf diesem Weg sicher zu steuern.

Harald Harmstorf